Universitäres Lehr- und Forschungsspital
Sehr geehrte Leserinnen und Leser
Das Jahr 2025 stand für das Tumorzentrum des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) im Zeichen der Konsolidierung, der Vernetzung und der Weiterentwicklung. Nach der erfolgreichen Rezertifizierung des Onkologischen Zentrums rückten verstärkt Projekte zur Optimierung und strategischen Weiterentwicklung in den Mittelpunkt, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung und standortübergreifende Zusammenarbeit.
Im Fokus vieler Arbeiten standen konzeptionelle und organisatorische Fragestellungen rund um die Weiterentwicklung der onkologischen Dokumentation und der interdisziplinären Zusammenarbeit. Unser Anspruch war es, bestehende Prozesse nicht isoliert weiterzuentwickeln, sondern im Einklang mit den strategischen Zielen der LUKS Gruppe zu gestalten. Dabei stand im Vordergrund, die unterschiedlichen Disziplinen und Standorte enger zu vernetzen – insbesondere im Kontext des Klinikinformationssystems EPIC sowie der Initiative «Back to Foundation» zur Etablierung neuer, gruppenweiter Prozessstandards.
Gerade das Tumorzentrum eignet sich als Beispiel für diese Entwicklung. Kaum ein anderer Bereich vereint so viele Fachdisziplinen, Berufsgruppen und Standorte bei gleichzeitig hohen Anforderungen an Koordination, Qualitätssicherung und strukturierte Dokumentation. Diese Komplexität bringt Herausforderungen mit sich – eröffnet aber zugleich grosses Potenzial für gemeinsame Lösungen mit Ausstrahlung über das Tumorzentrum hinaus.
Das vergangene Jahr hat erneut verdeutlicht, wie wichtig Geduld, gegenseitiges Verständnis und das schrittweise Einbinden aller Beteiligten für nachhaltige Entwicklungen innerhalb eines interdisziplinären Umfelds sind. Dauerhafte Veränderungen entstehen dabei selten durch Tempo allein, sondern vor allem durch Zusammenarbeit und gemeinsames Mittragen.
Ein herzlicher Dank gilt allen Mitarbeitenden, Fachbereichen und Partnerinstitutionen, die sich tagtäglich mit grossem Engagement für unsere Patientinnen und Patienten einsetzen. Die bereichsübergreifende Zusammenarbeit und die spürbare gemeinsame Ausrichtung auf Qualität und Weiterentwicklung prägen das Tumorzentrum in besonderer Weise und bilden die Grundlage für die kommenden Jahre.
Ärztlicher Leiter Tumorzentrum
Leiter Geschäftsstelle Tumorzentrum
Das Tumorzentrum des LUKS erlangte als zweites Onkologisches Zentrum der Schweiz die Zertifizierung der Deutschen Krebsgesellschaft. Es vereint alle Bereiche, welche sich mit der Diagnose, Beratung, Behandlung und der Pflege von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Tumorerkrankungen befassen.
2025 lag ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt innerhalb der Geschäftsstelle in der organisatorischen Weiterentwicklung der bestehenden Rollen- und Aufgabenstruktur. Dabei wurde die bisherige funktionelle Trennung zwischen Daten- und Qualitätsmanagement schrittweise in das neue Stellenprofil «Fachspezialist/in Qualität & Daten» überführt.
Ziel dieser Neuausrichtung ist es, die Mitarbeitenden gezielt in ihrer fachlichen Entwicklung zu fördern und gleichzeitig eine ganzheitlichere Betreuung der jeweiligen Organkrebszentren zu ermöglichen. Die neue Funktion verbindet Expertise auf mehreren Ebenen: von der präzisen Umsetzung dokumentations- und zertifizierungsrelevanter Anforderungen bis hin zur Koordination übergeordneter Prozesse und Schnittstellen.
Durch die Zusammenführung der Funktionen wurden die Kommunikationswege kürzer und die Zusammenarbeit zwischen den ärztlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren und der Geschäftsstelle enger. Anstelle von parallelen Abstimmungen mit mehreren Ansprechpersonen entstehen zunehmend feste Arbeitstandems zwischen Zentrum und Geschäftsstelle. Dadurch werden Verantwortlichkeiten klarer, Abstimmungen direkter und Prozesse effizienter.
Die neue Organisationsform soll dazu beitragen, bisher getrennte Aufgabenbereiche näher zusammenzuführen und ein umfassenderes Verständnis der jeweiligen Zentren aufzubauen. Dies erleichtert die Koordination komplexer Abläufe, reduziert Schnittstellenverluste und stärkt die Kontinuität in der Zusammenarbeit mit den beteiligten Fachbereichen.
Im Jahr 2025 engagierte sich das Tumorzentrum aktiv in der Organisation und Durchführung von Fach- und Publikumsveranstaltungen. Ziel war es, aktuelle Entwicklungen in der Onkologie zielgruppengerecht zu vermitteln, den Austausch mit zuweisenden Fachpersonen zu stärken sowie Patientinnen, Patienten und die Öffentlichkeit verständlich zu informieren.
Zuweiserveranstaltung
Am 8. Pilatus-Symposium vom 11. September 2025 im KKL Luzern stand die interdisziplinäre Versorgung des Prostatakarzinoms im Fokus. Behandelt wurden aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie, darunter Screening-Strategien, medikamentöse Behandlungsansätze sowie innovative Verfahren wie die PSMA-PET/CT und die Radioligandentherapie.
Die Veranstaltung bot eine wichtige Plattform für den fachlichen Austausch zwischen zuweisenden Ärztinnen und Ärzten sowie Spezialistinnen und Spezialisten und stärkte die standortübergreifende Vernetzung innerhalb der onkologischen Versorgung.
Vortrag am 8. Pilatussymposium (11.09.2025)
Öffentliche Vorträge
Im Jahr 2025 fanden zwei öffentliche Vortragsabende statt, die sich gezielt an Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige richteten. Ziel war es, verständlich über aktuelle Entwicklungen in der Onkologie zu informieren und gleichzeitig praxisnahe Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung zu bieten.
Am 27. März 2025 wurde im Hotel Continental Park in Luzern die Veranstaltung „Fortschrittliche Krebsbehandlungsmethoden am LUKS“ durchgeführt. Thematisiert wurden unter anderem moderne Therapieansätze wie die CAR-T-Zell-Therapie sowie interdisziplinäre Herausforderungen in der onkologischen Chirurgie.
-> zum Bericht: Innovative Krebstherapien am LUKS | Luzerner Kantonsspital
Ein weiterer öffentlicher Vortrag fand am 20. November 2025 unter dem Titel „Das Leben mit der Diagnose Krebs“ statt. Der Fokus lag auf der ganzheitlichen Betreuung von Betroffenen mit Beiträgen zu Psychoonkologie, Palliative Care sowie unterstützenden Angeboten wie der Krebsliga und komplementären Ansätzen wie Yoga und Meditation.
→ zum Bericht: Krebs betrifft mehr als den Körper: LUKS gibt Einblick in Unterstützungsangebote | Luzerner Kantonsspital
Beide Veranstaltungen wurden im Anschluss mit einem Apéro abgeschlossen und boten Raum für persönlichen Austausch zwischen Fachpersonen und Teilnehmenden.
Die Studienkoordination Tumorzentrum blickt auf ein erfolgreiches und dynamisches Jahr 2025 zurück. Mit einem personell weiter verstärkten Team und klaren Verantwortlichkeiten konnte die hohe Qualität in der Durchführung klinischer Studien nicht nur gehalten, sondern gezielt weiterentwickelt werden. Insgesamt wurden 12 neue Studien eröffnet, bestehende Studien zuverlässig betreut und mehrere Projekte erfolgreich abgeschlossen.
Die enge Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie mit akademischen und industriellen Partnern ermöglichte eine effiziente Studienplanung und ‑umsetzung. Die Studienkoordination unterstützte aktiv bei der Rekrutierung von Patientinnen und Patienten sowie beim Studienmanagement und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zur wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Studienkoordination am Tumorzentrum, wobei klinische Register integraler Bestandteil der betreuten Studien waren. Darüber hinaus trug das Team durch strukturierte Prozesse und verlässliche Dokumentation massgeblich zur erfolgreichen Rezertifizierung gemäss den Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft bei.
Mit der Neubesetzung von zwei Stellen wurde das Team ergänzt und die nachhaltige Sicherstellung der Studienaktivitäten weiter gestärkt. Geprägt von hoher Fachkompetenz, Teamgeist und Verlässlichkeit leistet die Studienkoordination einen zentralen Beitrag zur klinischen Forschung und zur Positionierung des Tumorzentrums als attraktiver Studienstandort.
-> weitere Informationen: Studienkoordination vom Tumorzentrum | Luzerner Kantonsspital
Übergabe Medikament an die Pflege
Das Tumorzentrum ist das Kompetenzzentrum für die onkologische Versorgung in der Zentralschweiz. Als Dachorganisation der zertifizierten Organkrebszentren vereint es zahlreiche Fach- und Querschnittsdisziplinen mit dem Ziel, Patientinnen und Patienten eine umfassende, qualitativ hochwertige und wohnortnahe Behandlung nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu bieten.
Zentral ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit: In regelmässigen Tumorkonferenzen beurteilen Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachrichtungen gemeinsam Diagnostik, Therapie und Nachsorge und legen individuelle Behandlungsempfehlungen fest. So wird eine abgestimmte Versorgung entlang des gesamten Behandlungspfades sichergestellt.
Querschnittsdisziplinen und unterstützende Fachbereiche begleiten die Organzentren fachübergreifend und leisten mit ihrer Expertise einen wesentlichen Beitrag zur ganzheitlichen Betreuung. Neben der medizinischen Behandlung werden auch pflegerische, therapeutische, psychosoziale, rehabilitative und organisatorische Aspekte einbezogen. Diese interprofessionelle Zusammenarbeit ist eine zentrale Grundlage für die hohe Versorgungsqualität.
Im Jahr 2025 lag der Fokus auf dem Ausbau der interprofessionellen Zusammenarbeit, der Vorbereitung weiterer Zertifizierungen sowie der kontinuierlichen Optimierung von Prozessen und Qualität. Die enge Vernetzung aller Beteiligten bildet die Basis für eine moderne, patientenzentrierte Krebsversorgung am Luzerner Kantonsspital.
Die Klinik durchlief 2025 grössere Veränderungen. Auf den Führungswechsel der Klinikleitung im Februar hin wurde die von der Geschäftsleitung in Auftrag gegebene Neuorganisation umgesetzt. Die vier onkologischen Kliniken der LUKS Gruppe (Luzern, Sursee, Wolhusen und Stans) wurden in eine standortübergreifende Klinik überführt. Die neue Klinik hat eine gemeinsame Organisations- und Führungsstruktur, einen gemeinsamen Facharztdienst mit zentraler Patiententriage, sowie einem standortübergreifenden Pikettdienst. Dies geschah stellenneutral. Ambulante onkologische Systemtherapien werden weiterhin an allen vier Standorten angeboten. Alle komplexen, stationären oder experimentellen onkologische Systemtherapien werden in Luzern gebündelt, wie auch die stationäre spezialisierte Palliative Care und die genetische Beratung. Die vorbestehenden SIWF-Weiterbildungsstätten Luzern, Sursee und Stans wurden in einen Weiterbildungsverbund integriert und das Weiterbildungsprogramm an die aktuellen Ansprüche der SWIF und der Auszubildenden angepasst.
Die Transformation verlief erfolgreich und weitere Entwicklungen in den Bereichen Medikations-Prozesse und Onkologiepflege werden nun angegangen. Primär geht es darum, vorhandene Ressourcen optimal einzusetzen um das anhaltende Fallwachstum auch in Zukunft bewältigen und die Behandlungsqualität hochhalten zu können. Die hervorragende Zusammenarbeit der Onkologie mit Hämatologie, Spitalpharmazie und Tumorzentrum wird weiter gestärkt. Die klinische Forschung am Tumorzentrum Luzern wird vorangetrieben, damit möglichst viele Patientinnen und Patienten in der Zentralschweiz von neuen Onkologika und Therapiekonzepten profitieren. Das LUKS trägt seit 2024 den Titel «universitäres Lehr- und Forschungsspital» und die Klinik für Medizinische Onkologie versteht sich weiterhin als einer der grossen Treiber für die Weiterentwicklung von Lehre und Forschung in der gesamten Institution. Deshalb ist auch die Zertifizierung der Palliative Care Weiterbildungsstätte ein wichtiges Ziel.
-> zum Bericht: Stärke durch eine standortübergreifende Klinik
Die Radiologie des Luzerner Kantonsspitals hat die in den vergangenen Jahren aufgebaute organbasierte Struktur im Jahr 2025 vollständig etabliert. Für sämtliche onkologischen Fachdisziplinen steht nun eine dedizierte radiologische Expertin bzw. ein dedizierter radiologischer Experte als feste Ansprechperson zur Verfügung. Dadurch konnten die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die Qualität der Bildinterpretation sowie die Effizienz in Tumorkonferenzen und klinischen Entscheidungsprozessen weiter verbessert werden. Parallel dazu wurden die Standardisierung strukturierter Befunde, der Einsatz künstlicher Intelligenz sowie die wissenschaftlichen Aktivitäten konsequent weiterentwickelt.
Die Nuklearmedizin leistet mit modernen diagnostischen und therapeutischen Verfahren weiterhin einen zentralen Beitrag zur onkologischen Versorgung der Zentralschweiz und stärkt durch die enge Verzahnung mit der Radiologie die patientenzentrierte Betreuung entlang des gesamten Behandlungspfades. Grundlage und Weiterentwicklung der beschriebenen Strukturen erfolgten auf Basis der im Vorjahr etablierten Schwerpunkte.
Die Nuklearmedizin des LUKS versorgt an den Standorten Luzern und Baar/Zug (Zuger Kantonsspital) onkologische Patientinnen und Patienten aus der gesamten Zentralschweiz mit moderner nuklearmedizinischer Diagnostik und Therapie. Die 2024 eingeführte Eigenproduktion von Gallium-68-markierten Radionukliden über eigene Generatoren hat sich auch 2025 bewährt und ermöglicht eine raschere und kosteneffizientere Versorgung bei gleichbleibend hoher Qualität.
Dr. med. Andrea Zander hat die Leitung der nuklearmedizinischen Therapiestation übernommen und die Lu-177-DOTATOC-Therapie für neuroendokrine Tumore erfolgreich etabliert. Zusätzlich zu den internen Tumorkonferenzen sowie jenen der Partnerspitäler Zug und Schwyz beteiligt sich die Nuklearmedizin neu auch am NET-Tumorboard des Universitätsspitals Basel.
Die wissenschaftliche Aktivität, unter anderem gefördert durch SNF-Grants, konzentriert sich auf die interdisziplinäre klinische Weiterentwicklung der onkologischen PET/CT – einschliesslich KI-gestützter Innovationen – sowie auf multizentrische Therapiestudien.
Im Jahr 2025 profitierte die Pathologie am LUKS von zentralen Entwicklungen aus dem Vorjahr. Die im November 2024 erfolgreich abgeschlossene Reakkreditierung nach der revidierten Norm ISO 15189:2022 durch die Schweizerische Akkreditierungsstelle (SAS) bestätigt die hohen Qualitätsstandards und bildet weiterhin die Grundlage für eine präzise und verlässliche Diagnostik sowie fundierte Therapieentscheide im klinischen Alltag.
Mit dem Bezug des neuen Instituts im Jahr 2024 und der damit verbundenen Zusammenlegung aller Teilbereiche an einem Standort konnten im Jahr 2025 die Prozesse weiter optimiert und Synergien gezielt genutzt werden. Die moderne Infrastruktur schafft optimale Voraussetzungen für eine effiziente und qualitativ hochwertige Diagnostik.
Zudem wurden die im Projekt «Digitale Pathologie LUKS» erreichten Meilensteine im Jahr 2025 weitergeführt. Die schrittweise Integration digitaler und AI-gestützter Analysen trägt dazu bei, die Workflows nachhaltig zu modernisieren und sowohl Effizienz als auch Qualität weiter zu steigern.
Die Radio-Onkologie des LUKS ist die zentrale Anlaufstelle für Strahlentherapie in der Zentralschweiz. Neben dem Standort in Luzern betreibt die Radio-Onkologie einen Standort am Zuger Kantonsspital (ZGKS). Gemeinsam behandeln sie jährlich über 2'000 Patientinnen und Patienten und sind die grösste nicht-universitäre Radio-Onkologie der Schweiz.
Primož Petrič, Leitender Arzt in der Radio-Onkologie am LUKS und ZGKS, ist seit 15 Jahren Teil einer Studiengruppe, welche 2025 mit dem Donal Hollywood Award ausgezeichnet wurde. Die Gruppe forscht zur Verbesserung der primären radioonkologischen Behandlung des lokal fortgeschrittenen Gebärmutterhalskrebses.
→ Mehr zu diesem Erfolg unter: Auszeichnung für Spitzenforschung zur Therapie des Gebärmutterhalskrebses: LUKS-Arzt unter den Preisträgern | Luzerner Kantonsspital
Das Jahr 2025 stand für das Neuroonkologische Zentrum des Luzerner Kantonsspitals im Zeichen der Vorbereitung auf die Erstzertifizierung nach den Anforderungen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Die erforderlichen Strukturen, Prozesse und Qualitätsstandards wurden weiter ausgebaut und im klinischen Alltag verankert. Die Erstzertifizierung des Zentrums ist für Juni 2026 geplant.
Die Zentrumsleitung liegt bei PD Dr. med. Katharina Seystahl, Leitende Ärztin der Klinik für Neurologie und Neurorehabilitation. Die ärztliche Koordination erfolgt durch Dr. med. Fabian Baumann, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie. Für das Qualitätsmanagement ist Sarah Glaus verantwortlich und die Tumordokumentation wird durch Loana Marti geführt.
Im Verlauf des Jahres wurden standardisierte Behandlungspfade entlang des gesamten neuroonkologischen Versorgungsspektrums weiterentwickelt – von der Diagnosestellung über die operative, medikamentöse und strahlentherapeutische Behandlung bis hin zu Nachsorge, Rehabilitation und palliativer Betreuung. Die Versorgung erfolgt in enger Zusammenarbeit zwischen Neurochirurgie, Neurologie, Medizinischer Onkologie, Radioonkologie, Neuroradiologie, Neuropathologie, Palliativmedizin, Pflege, Psychoonkologie und weiteren Fachbereichen. Interdisziplinäre Tumorkonferenzen bilden die Grundlage für individuell abgestimmte Therapieentscheidungen nach aktuellen wissenschaftlichen Standards.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 173 Primärfälle behandelt, darunter 91 operative Primärfälle. Qualitätsindikatoren werden systematisch erfasst und ausgewertet, um die Behandlungsqualität kontinuierlich zu überprüfen und die Versorgungsprozesse weiterzuentwickeln.
Neben der klinischen patientenzentrierten interdisziplinären und interprofessionellen Versorgung engagiert sich das Zentrum aktiv in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in der Förderung klinischer Forschung. Aktuell werden zwei klinische Studien angeboten: die GLUGLIO-Studie, eine multizentrische randomisierte Studie zu Inhibitoren des Glutamat-Signalweges (Gabapentin, Sulfasalazin und Memantin), sowie die PHENIX-Studie (SAKK 70/24), eine Phase-II-Studie zur Wirksamkeit der Kombination von Trimipramin, Atezolizumab und Bevacizumab beim rezidivierten Glioblastom. Durch die Beteiligung an klinischen Studien erhalten Patientinnen und Patienten Zugang zu innovativen Therapieansätzen und tragen gleichzeitig zur Weiterentwicklung der neuroonkologischen Behandlungsmöglichkeiten bei.
Mit den erreichten Fortschritten wurde eine wichtige Grundlage für die geplante Erstzertifizierung geschaffen. Ziel des Neuroonkologischen Zentrums bleibt es, Patientinnen und Patienten in der Zentralschweiz eine hochspezialisierte, interdisziplinäre und qualitativ hochwertige Versorgung auf universitärem Niveau anzubieten und die neuroonkologische Versorgung der Region kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Ausblick
Ein besonderes Highlight im Jahr 2026 stellt das 9. Pilatus-Symposium des Tumorzentrums Luzern dar, das dem Neuroonkologischen Zentrum gewidmet ist. Die Veranstaltung findet am 10. September 2026 im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL) statt und bringt Fachpersonen verschiedener Disziplinen zum fachlichen Austausch zusammen. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Hirntumoren sowie deren Bedeutung für die tägliche klinische Praxis.
Das abwechslungsreiche Programm umfasst Themen wie neue Therapie- und Nachsorgeansätze bei niedriggradigen Gliomen, innovative Möglichkeiten der Neuroradiologie und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Bildgebung, die Beurteilung der Fahrtauglichkeit bei Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren oder Hirnmetastasen sowie aktuelle Entwicklungen der modernen Neurochirurgie. Mit dem Symposium leistet das Neuroonkologische Zentrum einen wichtigen Beitrag zur Fort- und Weiterbildung von Fachpersonen und fördert den interdisziplinären Wissens- und Erfahrungsaustausch über Fachgrenzen hinweg.
Im Jahr 2025 konnte das Brustzentrum des LUKS an den Standorten Luzern und Sursee seine starke Position in der Zentralschweiz weiter festigen. Mit 283 Primärfällen blieb die Zahl der neu diagnostizierten Mammakarzinome auf einem hohen Niveau und bestätigt die anhaltend grosse Bedeutung beider Standorte für die regionale Versorgung.
Versorgung & Zusammenarbeit der Standorte
Die enge Kooperation zwischen Luzern und Sursee konnte mit dem organisatorischen Zusammenschluss der Frauenklinik und dem Brustzentrum weiter ausgebaut werden. Zudem wurde nach der Bündelung der Kompetenzen in der Senologie nun auch die radiologische Betreuung der Patientinnen mit Brusterkrankungen durch das Team der radiologischen Mammadiagnostik an beiden Standorten etabliert. Das Angebot kurzer Wege und der interdisziplinär hohen fachlichen Expertise wird von Patientinnen und Zuweisenden an beiden Standorten sehr geschätzt.
Studien, Forschung & akademische Entwicklung
Die Studientätigkeit bleibt ein zentraler Pfeiler des Brustzentrums. Auch 2025 konnten zahlreiche Patientinnen in laufende Forschungsprojekte eingeschlossen werden, was die hohe wissenschaftliche Attraktivität des Zentrums unterstreicht.
Personal & Herausforderungen
Trotz der positiven Entwicklungen bleibt die ärztliche Personalbesetzung angespannt. Die Rekrutierung spezialisierter Fachkräfte gestaltet sich herausfordernd, und personelle Vakanzen bestehen weiterhin.
Öffentlichkeitsarbeit & Prävention
Das Brustzentrum engagierte sich auch 2025 intensiv in der Prävention und Früherkennung von Brustkrebs. Aufbauend auf den Erfolgen des Vorjahres – insbesondere dem grossen Interesse am PinkCube – wurden weitere öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen durchgeführt, die das Bewusstsein in der Bevölkerung nachhaltig stärkten. 2026 wird das offizielle kantonale Brustkrebsvorsorgeprogramm im Kanton Luzern eingeführt.
Die Fallzahlen im gynäkologischen Tumorzentrum haben sich in den vergangenen fünf Jahren insgesamt sehr positiv entwickelt. Nach einem pandemiebedingten Rückgang im Jahr 2021 ist seither ein kontinuierlicher Anstieg in allen relevanten Kategorien zu beobachten. Im Berichtsjahr 2025 wurden mit 95 Primärfällen, 82 operativen Fällen sowie insgesamt 118 dokumentierten Fällen erneut sämtliche Anforderungen der Zertifizierung deutlich übertroffen.
Ausblick und Prognosen
Für die kommenden Jahre wird ein weiterer Anstieg der Patientenzahlen erwartet. Ein wesentlicher Treiber hierfür ist die Umsetzung der Hochspezialisierten Medizin (HSM) im Bereich gynäkologischer Tumoren, die per 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist.
Im Rahmen dieses HSM-Prozesses erhielt das gynäkologische Tumorzentrum des LUKS Luzern als einziges Zentrum in der Zentralschweiz die Zuteilung für die Behandlung aller gynäko-onkologischen HSM-Entitäten. Diese umfasst Ovarial-, Peritoneal- und Tubenkarzinome sowie Zervix-, Vaginal- und Vulvakarzinome. Damit übernimmt das gynäkologische Tumorzentrum des LUKS Luzern eine zentrale Rolle in der gynäko-onkologischen Versorgung der Zentralschweiz.
Das Zentrum ist sowohl strukturell als auch personell gut aufgestellt, um der damit verbundenen Erweiterung des Versorgungsauftrags gerecht zu werden. Ziel ist es, die Position als führender Anbieter in der gynäko-onkologischen Behandlung weiter zu stärken und die spezialisierte Versorgung in der Region nachhaltig auszubauen.
Die Zahlen steigen weiterhin sowohl für das Melanom als auch für die (Epithelialen) Keratinozyten Tumoren an. Auch an der Hauttumorkonferenz zeigt sich ein kontinuierlicher Zuwachs an Fällen, als Ausdruck des Vertrauens, das uns aus der Klinik und von Zuweisenden entgegengebracht wird. Immer mehr niedergelassene Dermatologinnen/Dermatologen sowie Plastische Chirurginnen/Chirurgen nehmen direkt per Videokonferenz teil, um komplexe Fälle vorzustellen. Dieses Vertrauen verdanken wir dem grossen Engagement aller beteiligten Fachpersonen.
Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Zentrums innerhalb des LUKS und bestätigt die Sichtbarkeit unserer Abteilungen auch über das Spital hinaus.
Das Zentrum profitierte 2025 weiterhin zunehmend von der Fachexpertise von Prof. Dr. Dr. med. Laurence Feldmeyer und PD Dr. Isabel Kolm auf dem Feld der Dermatopathologie. Das gilt auch für den Ausbau der Dermatochirurgie unter der Leitung von Dr. med. Minka Laturnus-Chang.
Bemerkenswert sind die hohen Fallzahlen auch vor dem Hintergrund des Chefarztwechsels in der Plastischen Chirurgie. PD Dr. med. Christian Witzel trat 2025 die Nachfolge von Dr. med. Elmar Fritsche an. Henriette Grundig, unterstützt das Team als Leitende Ärztin.
Die stetige Teilnahme eines ORL-Kollegen am Hauttumorboard (Dr. med. Gunther Pabst) ist ein Herausstellungsmerkmal unseres Zentrums, da komplexe operative Fragestellungen direkt diskutiert werden können.
Mit Unterstützung der internen Kommunikationsabteilung haben wir einen Kurzfilm über das Hauttumorzentrums erstellt, der interessierten Patientinnen und Patienten einen Einblick in das Zusammenspiel der Fachbereiche verschafft und deren Arbeitsweise skizziert. Dieser Film wird sehr gut angenommen und hilft den Patientinnen und Patienten, sich auf den Besuch vorzubereiten.
→ Link zum Video: Vorstellung des Hauttumorzentrums - YouTube
Ausserdem hat die Dermatologie im Mai 2025 wieder am Melanomtag mit kostenlosen Untersuchungen und Radiobeiträgen teilgenommen, um das Thema Hautkrebs in den Fokus zu stellen. Zusätzlich haben wir von der Dermatologie aus (Dr. med. Anja Wysocki), unterstützt durch die Krebsliga Zentralschweiz (Sabrina Dällenbach), einen Informationsstand im Haupthaus zum Thema Hautkrebsprävention unterhalten. Dieser wurde sowohl von Patientinnen und Patienten als auch von Mitarbeitenden gut besucht und zeigte, wie gross das Interesse an Informationen zu Sonnenschutz ist.
Betreffend Therapien haben wir die Strategie in den letzten drei Jahren bei fortgeschrittenen Hauttumoren, nach neustem wissenschaftlichem Stand an neoadjuvante Therapiekonzepte angepasst. Hier haben wir eine sehr enge Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen der Medizinischen Onkologie, Plastischer Chirurgie, Nuklearmedizin und Pathologie etabliert.
PD Dr. med. Isabel Kolm und Dr. med. Anja Wysocki haben 2025 mit hohem Engagement eine Studie zu akralen Melanomen initiiert, die auch 2026 andauert. Ziel dieser Arbeit ist eine retrospektive Analyse der am Luzerner Kantonsspital diagnostizierten akralen Melanome in den letzten 20 Jahren.
Als Leiterin profitierte Dr. med. Anja Wysocki von ihrer Tätigkeit als Gutachterin für Onkozert, bei der Zertifizierung von Hauttumorzentren. Dies bringt neue Impulse für das eigene Zentrum und stärkt das Netzwerk unter den Hauttumorzentren.
Das Zentrum für Kopf-Hals-Tumoren verzeichnet eine kontinuierliche Zunahme der Primärfälle: Von 76 Fällen im Jahr 2020 stieg die Zahl auf 91 im Jahr 2025 – der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre. Die Gesamtzahl der chirurgischen Eingriffe durch die HNO und MKG blieb im Vergleich zum Vorjahr stabil bei knapp über 60 Eingriffen im Jahr 2025. Sowohl die MKG- als auch die HNO-Eingriffe liegen deutlich über den für die Zertifizierung erforderlichen Mindestanforderungen und die MKG verzeichnet erstmals 30 Primärfälle, was einer deutlichen Steigerung entspricht.
Modernste technische Hilfsmittel, wie z.B. den 3D-Drucker, in der HNO und MKG
Ausblick
Das Zentrum für Kopf-Hals-Tumoren am LUKS verfolgt eine klare strategische Ausrichtung: Die Konsolidierung der Tumorzentrumsfunktion in der Zentralschweiz steht dabei im Vordergrund, verbunden mit der Vereinfachung der Zuweiserwege. Die Weiterentwicklung der roboterassistierten Chirurgie erfolgt mit Fokus auf patientenzentrierten und ressourcenschonenden Einsatz. Zudem kommen in der kaufunktionellen Rehabilitation, begonnen mit der mikrovaskulären Rekonstruktion bis hin zur prothetischen Versorgung, modernste Techniken zum Einsatz. Durch die Intensivierung der Kooperation mit anderen führenden Kopf-Hals-Tumorzentren der Schweiz sowie den Ausbau der klinischen Forschung wird die Versorgungsqualität kontinuierlich verbessert.
Ab Januar 2026 kehrt Frau Dr. med. Nadja Stenz nach ihrer Kopf- und Hals-Tumorchirurgie-Fellowship am Tygerberg Hospital in Kapstadt, Südafrika als Oberärztin in unser Kopf-Hals-Tumorzentrum zurück. Im September folgt Dr. med. Jonas Werner, der nach seiner Fellowship am Chris O’Brien Lifehouse in Sydney, Australien, ebenfalls wieder als Oberarzt zu uns zurückkehrt. Beide bringen wertvolle internationale Erfahrung aus hochspezialisierten Head- und Neck-Zentren mit, von der unser Tumorzentrum und unsere Patientinnen und Patienten profitieren werden. Beide werden ihrer Funktion entsprechend zu Oberärztin / Oberarzt mbF befördert werden. Beide werden demnächst auch die Zertifizierung zur Roboterchirurgie erhalten. Die Funktion des stellvertretenden Leiters des Tumorzentrums wird wie bis dato durch Herrn Prof. Dr. Dr. Thomas Gander, Chefarzt der Klinik für Mund-, Kiefer-, Gesichts- und Oralchirugie mit seiner langjährigen Erfahrung in der Kopf-Hals-Tumorchirurgie besetzt sein.
Das Schilddrüsenzentrum am LUKS Luzern ist ein führendes, zertifiziertes Zentrum für Erkrankungen an Schilddrüse und Nebenschilddrüsen in der Schweiz. Als virtuelles, interdisziplinäres Zentrum deckt das Schilddrüsenzentrum das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum bei Erkrankungen an Schilddrüse und Nebenschilddrüsen ab. Das Schilddrüsenzentrum ist national und international bekannt und behandelt Patientinnen und Patienten aus dem In- und Ausland.
Die interdisziplinäre Sprechstunde mit Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen dient als Portalsprechstunde und single point of access. Sie integriert alle notwendigen Subspezialitäten und Spezialistinnen und Spezialisten an einem Ort und erweist sich als attraktive zentrale Anlaufstelle. Die Zahl der direkten Zuweisungen und die regelmässigen Anfragen für Zweitmeinungen steigen stetig. Alle Zuweisungen werden vom interdisziplinären Team digital triagiert. Dank der engen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachspezialitäten und der standardisierten Abläufe können Patientinnen und Patienten – von den ersten diagnostischen Abklärungen bis zur definitiven Therapie – zielgerichtet und mit hoher Qualität versorgt werden.
In ausgewählten Fällen setzen wir bei den Feinnadelpunktionen in Anwesenheit der Patientinnen und Patienten eine on-site zytopathologische Begutachtung ein. Molekularpathologische Verfahren kommen gezielt zum Einsatz und erlauben eine noch individualisiertere Therapieplanung. Die intraoperative Schnellschnittdiagnostik erspart in ausgewählten Fällen eine zweite Operation. Die SOPs des Schilddrüsenzentrums sind interdisziplinär erstellt und elektronisch abrufbar. Die Diagnostik folgt den neuesten Leitlinien, an deren Erstellung das Schilddrüsenzentrum aktiv mitarbeitet. Das monatliche «Interdisziplinäre Board für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenerkrankungen» ist fest etabliert, sowohl als interne als auch externe Plattform. An der «Tumorkonferenz Endokrine Malignome» wurden 2025 um die 60 Patientenfälle interdisziplinär besprochen. Alle Therapiealternativen werden im Schilddrüsenzentrum LUKS Luzern angeboten. In ausgewählten Fällen konnten wir molekular gezielte Therapien bei Schilddrüsenkarzinomen einsetzen. Mit knapp 30 Primärfällen im Jahr 2025 bewegt sich das Zentrum weiterhin auf einem hohen Niveau. Die Operationsmethoden sind schonend und komplikationsarm.
Als Innovationen werden die intraoperative Autofluoreszenz zur Nebenschilddrüsenprotektion und das kontinuierliche Neuromonitoring zur Nervenprotektion eingesetzt. Das Schilddrüsenzentrum wurde 2019 in das europäische Qualitätsregister für Endokrine Chirurgie (Eurocrine®) aufgenommen und erzielte im letzten Audit herausragende Ergebnisse. Knapp 1700 operierte Patientinnen und Patienten wurden bereits im Qualitätsregister vollständig und transparent erfasst. Die Patienten- und Zuweiserzufriedenheit sind hoch.
Im Schilddrüsenzentrum werden Kolleginnen und Kollegen aus der Endokrinologie, Nuklearmedizin, HNO und Viszeralchirurgie weitergebildet. Das Angebot von externen Hospitationen wird regelmässig wahrgenommen. Das Schilddrüsenzentrum hat aktiv aus-, fort- und weitergebildet. Der jährliche interdisziplinäre Sonographiekurs wird überregional besucht. Das Schilddrüsenzentrum ist in den Fachgesellschaften aktiv. Die Veröffentlichung von Fachartikeln sowie Beiträge an nationalen und internationalen Tagungen unterstreichen das akademische Profil.
Das Berichtsjahr 2025 war durch ein ausgeprägtes Wachstum der Patientenzahlen gekennzeichnet. Sowohl Neuanmeldungen als auch Behandlungsfälle haben gegenüber dem Vorjahr erheblich zugenommen – ein Zeichen der gewachsenen Bekanntheit und des steigenden Versorgungsbedarfs im Einzugsgebiet des Zentrums.
Besonders erfreulich: In der diesjährigen Patientenumfrage erreichten wir eine Wiederempfehlungsrate von 100 %. Dieses Ergebnis widerspiegelt die Qualität der interdisziplinären Betreuung und die geleistete Arbeit aller am Zentrum beteiligten Teams.
Ein Meilenstein des Berichtsjahres war die erfolgreiche Etablierung des CAR-T-Zell-Programms. Das Programm läuft plangemäss; Sicherheitsmanagement und Handling verlaufen problemlos und entsprechen den regulatorischen Anforderungen. Die erforderlichen Prozesse sind im klinischen Alltag vollständig integriert.
Mögliche Veränderungen im Zentrum, Ausblick und Ziele allgemein
Das anhaltende Wachstum der Patientenzahlen stösst zunehmend an die Grenzen der bestehenden Kapazitäten. Die vorrangige Herausforderung liegt im personellen Bereich: Um das Versorgungsvolumen nachhaltig aufrechterhalten und weiter ausbauen zu können, müssen gezielt zusätzliche Ressourcen geschaffen werden.
Die geplante Einbindung des Kantonsspitals Zug soll in erster Linie zum weiteren Wachstum des Zentrums beitragen. Eine engere Kooperation eröffnet Patientinnen und Patienten aus dem Kanton Zug wohnortnahe Behandlungsmöglichkeiten auf dem Niveau eines spezialisierten Zentrums und schafft gleichzeitig die strukturellen Voraussetzungen für eine nachhaltige Kapazitätserweiterung. Konkrete Schritte zur Umsetzung sind in Vorbereitung.
Mitte 2026 wird Dr. med. Ramona Merki die Zentrumsleitungsleitung übernehmen. Dr. med. Thilo Zander wird sie als Stellvertreter unterstützen. Mit diesem Führungswechsel ist das Zentrum personell gut aufgestellt, um die kommenden Herausforderungen zu bewältigen und die weitere Entwicklung voranzutreiben.
Leiter Zentrum für Leukämie und Lymphomen bis Mitte 2026
Leiterin Zentrum für Leukämie und Lymphomen ab Mitte 2026
Die Fallzahlen im uroonkologischen Zentrum bleiben im Jahr 2025 im Langzeitvergleich auf konstant hohem Niveau. Trotz steigender Primärfälle ist bei den Prostatektomien ein leichter Rückgang zu verzeichnen, was den etablierten Trend zur vermehrten aktiven Überwachung widerspiegelt. Die Zahl der Zystektomien bewegt sich weiterhin innerhalb der üblichen Schwankungsbreite und zeigt ein stabiles Niveau. Demgegenüber ist bei den Nierenteilresektionen ein Anstieg zu beobachten, der möglicherweise teilweise auf neue operative Möglichkeiten durch den Single-Port-Operationsroboter und damit verbundene veränderte Zuweiserströme zurückzuführen ist. Hoden- und Peniskarzinome zeigen sich stabil, teilweise mit leicht steigender Tendenz.
Mit der Einführung einer spezialisierten ambulanten Pflege («ambulante KFA») wurde die prä- und postoperative Betreuung onkologischer Patientinnen und Patienten weiter intensiviert, im Sinne eines durchgehenden «onkologischen Patientencoachings». Im Jahr 2025 nahm das Zentrum zudem eine führende Rolle am grössten urologischen Fachkongress ein, gemessen an der anteilig höchsten Zahl an Publikationen und Präsentationen.
Die Implementierung des Single-Port-Operationsroboters ermöglicht zudem attraktivere operative Zugangswege und könnte mittelfristig zusätzliche Zuweisungen begünstigen.
Langfristig sind insbesondere beim Prostatakarzinom sowie beim muskelinvasiven Blasenkarzinom strukturelle Veränderungen zu erwarten. Entwicklungen wie die aktive Überwachung, bi- bzw. trimodale Therapiekonzepte und neue Instillationstherapien könnten zu einem moderaten Rückgang der chirurgischen Fallzahlen führen.
Im Jahr 2025 zeigt sich im Viszeralonkologischen Zentrum insgesamt eine stabile Entwicklung der Fallzahlen, wobei sich innerhalb der einzelnen Entitäten unterschiedliche Tendenzen abzeichnen. Während insbesondere bei den Rektumkarzinomen eine Zunahme der behandelten Patientinnen und Patienten zu verzeichnen ist, sind die operativen Eingriffe bei Kolonkarzinomen teilweise rückläufig. Dies ist unter anderem auf eine standortübergreifende Organisation innerhalb der LUKS Gruppe zurückzuführen.
Die Behandlung von Pankreaskarzinomen bleibt weiterhin ein zentraler Schwerpunkt des Zentrums und bewegt sich auf konstant hohem Niveau. Die Versorgung dieser Patientengruppe erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine hohe Spezialisierung, die im Zentrum etabliert ist.
Die Weiterentwicklung des Viszeralonkologischen Zentrums wird wesentlich durch die Anforderungen der hochspezialisierten Medizin geprägt. Hochkomplexe viszeralonkologische Eingriffe werden zunehmend am Standort Luzern gebündelt, wodurch die Rolle des Zentrums innerhalb der LUKS Gruppe weiter gestärkt wird und sich dies auch in steigenden Fallzahlen widerspiegelt.
Ein zentraler Schwerpunkt liegt im Ausbau der Upper‑GI‑Chirurgie. Die Behandlung von Tumoren des oberen Gastrointestinaltrakts gewinnt weiter an Bedeutung und ergänzt das bestehende Angebot, insbesondere im Bereich komplexer und technisch anspruchsvoller Eingriffe.
Besondere Bedeutung kommt der hepatobiliären Onkologie zu. Die Behandlung von primären und sekundären Lebertumoren erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit von Viszeralchirurgie, Gastroenterologie und Hepatologie, Interventioneller Radiologie und der Medizinischen Onkologie. Dieses integrierte Vorgehen ermöglicht auch bei komplexen Befunden individualisierte Therapiestrategien. Die Anerkennung des LUKS als Referenzzentrum für seltene Lebererkrankungen unterstreicht die Bedeutung dieses Schwerpunktes.
Parallel dazu werden moderne Technologien, insbesondere die roboterassistierte Chirurgie, konsequent in den klinischen Alltag integriert. Ziel ist es, die bestehende Expertise weiter zu vertiefen, die Subspezialisierung gezielt auszubauen und die langfristige Versorgung komplexer viszeralonkologischer Erkrankungen nachhaltig sicherzustellen
Nachdem in den vergangenen Jahren verschiedene organisatorische und personelle Neuaufstellungen angestossen wurden, stand 2025 zunehmend im Zeichen der Konsolidierung und Weiterentwicklung der neu geschaffenen Zusammenarbeits- und Verantwortungsstrukturen innerhalb des Tumorzentrums.
Im Verlauf des Jahres zeigte sich, dass sich neue Rollen, Zuständigkeiten und Formen der Zusammenarbeit zunehmend festigten und bereichsübergreifend besser aufeinander abgestimmt werden konnten. Dies betraf sowohl die Zusammenarbeit zwischen den klinischen Fachbereichen und Standorten als auch die organisatorischen und administrativen Prozesse innerhalb des Tumorzentrums und der Geschäftsstelle.
Die Weiterentwicklung erfolgte dabei in einem Umfeld laufender strategischer und organisatorischer Veränderungen innerhalb der LUKS Gruppe, wodurch Themen wie Koordination, Standardisierung und gemeinsame Prozessgestaltung zusätzlich an Bedeutung gewannen. Gerade im Tumorzentrum mit seinen zahlreichen interdisziplinären Schnittstellen zeigt sich, wie wichtig gemeinsame Strukturen und ein übergreifendes Prozessverständnis für eine nachhaltige Weiterentwicklung sind.
Für die kommenden Jahre wird entscheidend sein, die begonnenen Entwicklungen mit der notwendigen Kontinuität weiterzuführen und gleichzeitig offen für neue medizinische, organisatorische und technologische Anforderungen zu bleiben.
Unser Dank gilt allen Mitarbeitenden, Fachbereichen und Partnerinstitutionen, die diese Entwicklung mit Offenheit, Engagement und hoher fachlicher Kompetenz mittragen. Die spürbare Bereitschaft zur Zusammenarbeit und zur gemeinsamen Weiterentwicklung prägt das Tumorzentrum nachhaltig und bildet eine wichtige Grundlage für dessen zukünftige Ausrichtung.
Autorinnen und Autoren:
Christoph Würnschimmel, Martin Bolli, Kerstin Neuschütz, Christine Brambs, Kathrin Schwedler, Oliver Gautschi, Isabelle Morales, Alexander Schipf, Sarah Glaus, Berat Pulaj, Nina Jocher, Ramona Merki, Thilo Zander, Nadja Stenz, Klaus Stobel, Katharina Seystahl, Justus Roos, Oliver Gautschi, Anja Wysocki, Ralph Winterhalder
Kontakt
Luzerner Kantonsspital
Tumorzentrum
Kantonsspital 37
6004 Luzern
Telefon 041 205 11 11
tumorzentrum@luks.ch
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